Mittwoch, 18. März 2009

Vietnam - von Lao Cai nach Hué

Es ist erst einmal ein kleiner Schock an der Grenze. Der Grenzer will wohl bestochen werden, bzw. uns zu einer teuren Visa-Verlaengerung zwingen. Er erlaubt uns, obwohl wir ein teueres 30-Tages Visum haben, nur 14 Tage zu bleiben. Nach einigen Protesten geben wir auf und beschliessen den Aufenthalt in Vietnam so kurz wie moeglich zu gestalten. Wir teilen dem Grenzer noch mit, dass seine Geldgier dem Land Geld gekostet hat und schreiben seinen Namen und Identifikationsnummer auf, um uns bei seinen Vorgesetzten zu beschweren. Es ist der Punkt an dem er aufhoert zu grinsen. Es mag sich typisch deutsch anhoeren sich ueber so etwas aufzuregen und zu beschweren, aber andererseits darf man sich auch nicht dauernd verarschen lassen. Wir sind kein Geldautomat auf zwei Beinen.

Da es schon spaet ist bleiben wir in Lao Cai, direkt an der Grenze. Eine Recherche im Internet zeigt, dass solch ein Verhalten wohl ueblich ist. Mit teils haarstraeubenden Begruendungen werden die Aufenthaltsdauern einfach gekuerzt, damit die Leute eine Visa-Verlaengerung beantragen. Am Abend essen wir in einem kleinen Strassenrestaurant mit supernetter (und superneugieriger) Familie, eine einheimische Reis Suppe zu Abend. Superlecker. Es macht den Eindruck den der Grenzer hinterlassen hat wieder wett.

Von Lao Cai dauert es mit Zug (Holzklasse) elf Stunden bis wir in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams sind. Holzklasse ist hier woertlich zu nehmen, die Baenke sind aus Holz und die Breite nicht fuer Europaer ausgelegt. In Hanoi begehen wir den Fehler und beziehen ein Hostel das in unserem Lonely Planet als "unsere Wahl" beschrieben ist. Um genau zu sein begehen wir den Fehler ihrem endlosen Fragen nicht nachzugeben und unsere Tour zur Halong Bucht wo anders zu buchen. Als sie das rauskriegen sind sie gar nicht mehr nett zu uns. Der eigentlich freie Internetzugang ist ploetzlich nicht mehr frei, saemtliche Nachfragen unsererseits werden ploetzlich komplet ignoriert und wir werden sehr unfreundlich behandelt.



Das Wetter in Hanoi ist recht mies, wir schauen uns einige Tempel an und eine Auffuehrung im Wasser-Puppen-Theater, eine Form von Puppen-Theater das fuer geflutete Reisfelder entwickelt wurde. Traditionelle Musik und eine gute und auch lustige Performance, es gefällt uns sehr.



Der Zwist mit unserem Gaestehaus eskaliert etwas als sie auch noch Waesche von uns verlieren und uns die Schuld zu schieben. Am Ende wollen sie uns zur Waschfrau schicken, das Geld von ihr wieder zu holen (mit dem dezenten Hinweis das die nur 4 Dollar am Tag verdient). Nach langem Hin und Her bekommen wir gerade genug Geld fuer eine neue Unterhose (vom Hotel, nicht der Waschfrau). Was sind wir froh als uns endlich jemand abholt und zum Bus bringt.



Wir haben eine Tour zur Halong Bucht gebucht. Im Minibus geht es nach Halong City, wo wir erst einmal ewig warten muessen. Wir haben zwei Hollaender und eine Russin, Katja, kennengelernt, mit denen wir uns die Zeit vertreiben.



Endlich duerfen wir auf das Boot, eine Dschunke, von denen hier hunderte fuer die tausend Touristen im Hafen liegen. Es gibt ersteinmal Essen, Fisch und Seafood, Reis und Gemuese, danach sind alle nur noch mehr hungrig. Zum Essen wird Trinken verteilt, kommentarlos. Und danach Geld eingesammelt, nicht wenig. Die Stimmung an Bord sinkt so langsam.



Aber dann fahren wir raus in die Halong Bay, vorbei an kleinen Kalksteininseln, einfach wunderschoen und so ruhig. Die Aussicht und die Stimmung macht so vieles wieder wett.




Das Boot legt an einer der Inseln an und wir schauen uns zwei Kalksteinhoehlen an. Mit dem Boot geht es weiter bis nach Cat Ba, einer Touristeninsel mitten in der Halong Bay. Ein lustig gebautes Hotel haben wir fuer diese Nacht. Die Touristenspeisung ist etwa wie das Mittagessen, nur eine leichte Variation davon. Also ziehen wir mit unseren neuen Freunden noch los und suchen uns noch Reis mit irgendwas um satt zu werden.



Der naechste Tag besteht eigentlich nur aus Warten und Transport. Das Mittagessen ist eine Kombiation aus dem Mittag- und dem Abendessen von gestern. Die Leute haben gelernt und diesmal nimmt keiner mehr ein Getraenk an. Ein Lichtblick ist die Doenerbude (!) die wir abends in Hanoi noch finden. Etwas klein, aber das einzige Abendessen das es noch gibt bevor wir in den Bus nach Hué steigen. Wir finden auch noch einen Geldautomaten zu dem man mit dem Motorrad reinfahren kann, ohne abzusteigen. Nachtfahrt im Schlafbus, der eigentlich ein normaler Bus ist in dem einige Sitze zu Liegen verlaengert wurden. So sparen wir eine Uebernachtung.

Reisterrassen von Yuanyang

Wir machen uns auf den Weg nach Sueden, unser letzter Stop soll Yuanyang mit seinen riesigen Reisterrassen sein. Wir fahren ueber Nacht im Schlafbus nach Kunming, dort dauert es zwei Stunden bis Matthias, mit Hilfe eines fuer ihn uebersetzenden Chinesen, ein Busticket weiter gen Sueden gefunden hat. Mit einigen Stops bei den abenteuerlichsten Busbahnhofstoileten (durchgaengige Rinne, recht niedriger bis gar kein Sichtschutz) und einer Fahrt in einem recht uebel riechenden Bus kommen wir ca 500 km weit bis wir wieder den Bus wechseln muessen. Alle im Bus sind nett zu uns und helfen uns den richtigen Anschlussbus zu erwischen. Man sagt uns wir haetten Pech, es geht heute nur noch bis zur neuen Stadt, weit unterhalb unseres Zieles. Aber der Busfahrer entscheidet scheinbar spontan, dass es genug Leute hat, die eine Weiterfahrt rechtfertigen, eine neue Video-CD wird reingeworfen, nochmal 10 Yuan von jedem kassiert und los gehts die gewundene Strasse durch unzaehlige Reisterassen hoch. Wir haben Glueck und finden in kuerzester Zeit ein nettes Gaestehaus, auch wenn es ein muffiges Kellerloch ist. Totmuede fallen wir nach ueber 24 Stunden Busfahrt ins Bett...

Am naechsten Tag geniessen wir erst mal die lokale Kueche in einem dieser netten Gasthaueser in denen das Essen in einer Art Vitrine liegt und man nur auf das zeigen muss was man will. Die Auswahl wird dann in Oel ertraenkt und serviert. Wirklich gut.



Am Abend lassen wir uns zu einem guten Punkt bringen an dem man den Sonnenuntergang ueber denen sich in alle Richtungen erstreckenden Reisterassen bewundern kann. Leider ist es jetzt am Ende der Trockenzeit recht neblig, Feuchtigkeit und viel Staub liegt in der Luft. Aber dennoch sehr schöne Aussicht.



An dieser Stelle wird gerade auch eine Art Absperrung gebaut, damit man in Zukunft fuer die Aussicht Eintritt zahlen muss. Wir koennen noch so ueber die Baustelle stiefeln auf der es von armen Chinesen wimmelt die Holz und Steine durch die Gegend schleppen oder betonieren. Eine Frau hat dabei sogar ihr Baby auf den Ruecken gebunden. Daneben stehen die reichen Japaner, Chinesen und ein paar wenige Langnasen. Der Wert so mancher Kamera duerfte uebersteigen was einer der Bauarbeiter in seinem ganzen Leben verdient.



Am Abend essen wir wieder gut, doch Matthias bedient sich zu sehr an den Chillis und wird krank. Leider muessen wir am naechsten Tag umziehen, in der Stadt ist ein Reisfest fuer Touristen und Einheimische und alle Zimmer sind entweder ausgebucht oder ploetzlich unverschaemt teuer. Ich brauche ewig, bis ich im Hostel nebenan endlich ein Zimmer finde, das bisher schlechteste Zimmer das wir je hatten. Ein Loch als Klo und Dusche, dreckige Waende und massig Muell unterm Bett. Matthais bleibt den Tag im Bett und ich laufe aus dem Dorf heraus, schaue mir noch ein paar verschieden farbige Reisterassen an.





Auf dem Rueckweg treffe ich eine nette Chinesin, die durch Suedostasien und China reist. Am Abend besucht sie uns noch und schreibt uns auf chinesisch auf, was fuer traditionelle chinesische Medizin wir kaufen koennen.

Auch das Reisfest schaue ich mir an. Es ist richtig was los in dem Städtchen, Musik, Luftballons, Essen und Menschen aus den umliegenden Dörfern mit ihren verschiedenen bunten Trachten.











Am naechsten Tag geht es Matthias besser und wir machen uns auf den Weg nach Vietnam. Wir haben einen Bus der uns zur vietnamesischen Grenze bringen soll. Der Bus stellt den absoluten Rekord in Langsamkeit auf. Fuer die ca 150 km brauchen wir etwa 11 Stunden. Aber am Schlimmsten ist, dass der Busfahrer um Geld zu sparen nicht auf die neue Autobahn direkt daneben geht, sondern auf einer unglaubliche Matschpiste faehrt. Ein Schlagloch ist so tief das das Wasser in den Bus laeuft.



Viel spaeter als erhofft erreichen wir endlich das kleine Grenznest mit riesigen, protzigen Verwaltungsgebaeuden auf beiden Seiten des Flusses. Am Busbahnhof haben wir gleich einen netten neuen "Freund" der uns alles erklaert. Dann finden wir raus womit er sein Geld verdient. Wie Matthias nach einiger Rummrennerei feststellt, sind chinesische Banken nicht breit ihre eigene Waehrung (Yuan) zurueckzukaufen. Also tauschen wir bei unserem Freund, feilschen aber noch eine Weile bis wir einen halbwegs brauchbaren Kurs haben, obwohl wir dadurch immer noch zu viel Geld verlieren. Wir machen uns auf die Socken und laufen zur Bruecke die China und Vietnam verbindet.

Tiger Leaping Gorge

Nach der Busfahrt nach Lijiang und einigen Tagen in dieser schoenen alten Stadt entschliessen wir uns in die Tiegersprungschlucht zu gehen und die wahrscheinlich letzte Wanderung auf unserer Reise in Angriff zu nehmen. Wenn wir wieder weiter suedlich kommen wird es wieder zu heiss sein um richtig wandern zu gehen. Die Tiegersprungschlucht ist eine der tiefsten Schluchten der Erde. Die umliegenden Berge, der 5596 Meter "Jade Drachen" und der 5396 Meter "Haba Xueshan", quetschen den hier noch kleinen Jangtse Fluss, den 3. laengsten Fluss der Erde durch eine atemberaubende Schlucht voller sehr hoher und steiler Felsabhaenge. Momentan exisitert (anscheinend noch) ein Plan der chinesischen Regierung am Ende der Schlucht einen gigantischen Staudamm zu errichten, was den einheimischen Naxi (gesprochen Nachi) nicht so gefaellt, wuerden sie doch zu 100 000en ihre Wohnungen verlieren. Vor Ort haben wir aber nichts davon mitbekommen.

Mit dem Bus von Lijiang brauchen wir bis nach 12 Uhr um das "Tigersprungschlucht Dorf", wie es auf den Schildern heisst, zu erreichen. Eigentlich heist es Qiaotou, aber was solls. Dort duerfen wir erst einmal die 50 Yuan Eintrit pro Person abdruecken. In einem Cafe holen wir uns von einer ueberaus hektischen Australierin, die hier seit 12 Jahren wohnt ein paar Tips und Infos uebers Wetter. Ihre Prognosen werden wahr und es klart auf als wir uns an den Aufstieg machen.



Der Anfang des Weges auf 1800 Meter ist trotz eines Pfeiles nicht leicht zu finden, erst nach mehrfachem Fragen finden wir heraus das der Weg mitten durch ein Baustelle fuehrt. Nachdem wir ueber die Bretterstapel und Schotterhaeufen gekraxelt sind ist der Weg einfacher zu verfolgen. Meist 3-4 Pfeile auf einmal, in allen moeglichen Farben. Nur bei Abzweigungen fehlen die Pfeile, natuerlich, sonst waers ja langweilig.



Nach einigen Stunden erreichen wir das erste Dorf, von Naxi bewohnt und finden endlich auch das "Naxi Family Guesthouse" in dem wir die erste Nacht verbringen. Das Zelt brauchen wir nicht. Eigentlich hatten wir etwas sehr primitives erwartet, Strohmatratze auf dem Boden und so, aber in den letzten Jahren haben sie hier hoch eine fuer Autos befahrbare Strasse gebaut und das Hostel hat einen recht noblen Teil. Wir entscheiden uns dennoch fuer einen Raum mit 2 Betten und sonst nichts. Wir geniessen die leckere einheimische Kueche und den absolut fantastischen Sonnenuntergang.



Am naechsten Morgen machen wir uns frueh auf, wir wollen den hoechsten Punkt des Weges auf 2600 Metern recht fix erreichen. Steil schraubt sich der Weg am Hang nach oben, aber nicht so steil wie wir es erwartet haben. Die Aussicht ist nicht ganz so toll, da die Sonne bis Mittags hinter dem Berg steht und die ganze uns zu gewannte Flanke im Schatten liegt.



Nachmittags sind wir einige Kilometer weiter und die Sicht bessert sich. Die Kante zum Abgrund hin wird immer steiler, der Fluss tost unter uns in atemberaubender Tiefe, gut 1000 Meter unter uns. Leider hat jedes Dorf am Weg mittlerweile eine Strassenanbindung und entgegen den Beschreibungen die wir von anderen Reisenden im Internet gefunden haben wird nicht mehr alles per Pferd ueber einsame Wege herangetragen sondern ganz bequem per Allrad. Der Weg ist teilweise zugebaut mit Wasserleitungen die die Doerfer versorgen und dem Weg folgen. Der Wander-Romantik tut das einen kleinen Abbruch, jedoch ist die Straße so gut wie nicht befahren und die Aussicht ist immer noch fantastisch. Mittags packen wir den Kocher aus und staerken uns mit Instant Nudeln.



Dann der Abstieg runter zur Strasse. Wir finden ein ziemlich leeres Gaestehaus was das Handeln um den Preis einer Uebernachtung erleichtert. Die Rueckfahrt mit dem Bus nach Lijiang ist wie immer eine lustige Odysee, aber ohne groessere Zwischenfaelle. Zwei Tage wandern in wunderschoener Landschaft, das war es Wert!

Donnerstag, 5. März 2009

China - Yunnan Provinz: von Udomxai bis nach Dali

Die letzte Busfahrt in Laos von Udomxai an die Grenze und hinein nach China ist eine der bisher holprigsten. Der Busfahrer versucht die kurvige und bergige Strecke voll auszufahren, beweist aber ein etwas unglueckliches Haendchen beim Umfahren der Schlagloecher. Die N13 hat kein gerades Stueck laenger als 300 - 400 Meter zu bieten. Wir tun uns mit einem Australier zusammen der die Grenze schon kennt - wir drei sind die einzigen "Langnasen" im Bus. Der Grenzueberttrit ist erstaunlich einfach und im Gegensatz zu den ganzen Chinesen im Bus muessen wir den laotischen Grenzer nicht bestechen und auch die eingehende Pruefung unseres Passes von den chinesischen Grenzern ueberstehen wir ohne Probleme. Etwas seltsam ist allerdings die grosse schwarze Saeule, vor die man sich stellen muss die dann Koerpermasse und ein (wahrscheinlich 3D) Foto von einem macht. Auch muss ich dem chinesischen Grenzer erklären was der Eintrag "keine Eintragungen" bei "Kinder" bedeutet.



Die Yunnan Provinz ist weder von der Bevoelkerung noch von der Landflaeche her eine besonders grosse Provinz in China, trotzdem aber groesser als Deutschland und hat halb so viel Einwohner wie wir. Die Unterschiede zu Laos werden sofort offensichtlich. Ueberall neue Haeuser, Stahl und Glaspalaeste, die Strassen sind besser, nur leider gibt es ueberall Mautposten, was unseren Busfahrer zu einer Odysse ueber holprige Nebenstrassen verleitet um nicht bezahlen zu muessen. Es dauert eine ganze Weile bis er eine "Auffahrt" auf die Schnellstrasse findet in der der Bus sich nicht verkeilt und umdrehen muss. In Mengla angekommen entscheiden wir uns zur Weiterfahrt nach Kunming, der Provinzhauptstadt. Zunaechst sind wir etwas verwirrt weil wir an einem alten Busbahnhof angekommen sind auf dem nur noch Busse herumstehen, aber weder Personal noch ein Ticketschalter. Einen Chinesen der uns laut "Kunming?! Bus Kunming?!" entgegenbruellt, in der typischen Chinesischen-Holzfaeller-Verkaufsmanier, ingorieren wir, lieber laufen wir 10 Minuten verwirrt rum bis wir den neuen Busbahnhof haben... Tickets sind nicht billig, wir nehmen einen "Sleeper Bus". Wir haben etwas Zeit zu ueberbruecken und wagen uns in eine einheimische Fressbude rein. Ueberall werden wir angeglotzt, jemand der uns was verkaufen will scheint "Nein Danke!" das wir extra sogar auf Chinesisch gelernt haben nicht verstehen zu wollen. Eine ziemliche Aenderung nach Thailand und Laos. Um 6 Uhr, kurz bevor unser Bus geht, hat die Beamtin an der Sicherheitsschleuse des Busbahnhofs Feierabend, ab jetzt kann man um den Metalldetektor, der eh ausgeschalten war und noch teilweise Originalverpackt, herumlaufen und der Gepaeckscanner wird nicht mehr benutzt. Die Busfahrt ist interessant. Ein so genannter "Sleeper Bus" hat statt Sitzen richtige Betten, in 3 Reihen bis nach hinten, dort eine durchgaengige Reihe, alles Doppelstoeckig. Nur sind diese Betten leider fuer Asiaten ausgelegt. Ca 40-50 cm Breite und 160 cm Laenge sind einfach zu wenig fuer einen mittelgrossen Europaer. Zum Glueck haben wir Betten in der hinten, durchgaengigen Reihe und koennen etwas zusammenruecken, aber trotzem muss Matthias mit dem auch nicht kleinen Chinesen neben ihm kuscheln und seine Fuesse haengen unten raus, bei jeder Bremsung rutscht er etwas in den Gang (und wir liegen oben!). Nach einer recht ungemuetlichen Nacht mit einem Reifenwechsel in einer fuer den Bus viel zu kleinen Werkstatt (der Bus streift das Haus etwas in der Einfahrt) nachts um 2 Uhr erreichen wir dank ruecksichtsloser Fahrweise Kunming noch rechtzeitig.



Der Busbahnhof/Eisenbahnhof in Kunming ist morgends um 7 Uhr bereits hoffnungslos ueberfuellt, viele Menschen haben die Nacht offensichtlich vor der Eingangshalle des Bahnhofs verbracht. Wer in die Einganshalle rein will wird von mit Trillerpfeifen und Schlagstoecken bewaffneten Sicherheitsleuten/Polizisten in Warteschlangen gequetscht und durch die (warscheinlich ausgeschalteten) Metalldetektoren geschleust. Mit Anstehen haben es die Leute in Suedost-Asien sonst meist nicht so. Kunming sagt uns auf den ersten Blick nicht so zu und wir entscheiden uns zur Weiterfahrt. Nachdem wir einen Geldautomaten gefunden haben der eine unserer Karten akzeptiert machen wir uns auf den Weg nach Dali, weitere 4-5 Stunden Fahrt nach Norden. Der Bussfahrer schafft es allerdings in 3 Stunden. Die 2-4spurig ausgebaute Schnellstrasse verleitet ihn zu unglaublich waghalsigen Ueberholmanoevern, viel zu spaetem Bremsen und fuehrt zu einigen Beinahe-Zusammenstoessen mit anderen Autos oder der Leitplanke. Dank seinem Radarwarner (arbeitet sehr zuverlaessig) kommt er ungeschoren davon, auch wenn ihm einige Polizisten am Wegesrand hinterherbruellen und die erhobenen Faeuste schuetteln. Die anderen Fahrgaeste ignorieren dass sie gelegentlich fast aus den Sitzen fliegen mit ihrer stoischen Art. Trotz gelegentlichen Adrenalinstoessen koennen wir die wunderschoene Landschaft mit ihren Huegeln, Reisterassen und malerischen Doerfern geniessen.



In Dali brauchen wir zwei weitere Stadtbusse um ins alte Zentrum zu kommen, das wir uns anschauen wollen. Es kostet uns ca 1 Stunde herauszufinden, dass wir ca. 18 km vom alten Zentrum entfernt abgesetzt wurden und die richtigen Busse finden muessen. Dank einer Frau und ihrem Englisch sprechenden Sohn am Handy kriegen wir das dann hin und zahlen fuer die ganze Sache nur 5 Yuan statt der 40 Yuan welche die Taxi-, TukTuk- und Motoradfahrer am Busbahnhof selbst nach intensivem Handeln fuer die Strecke abknoepfen haben wollten.





Dali selbst ist wunderschoen, eine alte Stadt voller schon fast kitschig anmutenden Hauesern wie aus einem Bilderbuch. Es ist zwar extrem touristisch, aber fuer Chinesesen, europaeisch aussehende Leute sieht man fast gar nicht und selbst in Touristenrestaurants redet fast keiner Englisch, auch englische Menues gibt es nur selten und wenn, dann bekommt man eh fast nie das was auf englisch da steht, meist ist es eine gute Interpretation.



Wir bleiben ein paar Tage, kurieren Matthias Durchfall von zu viel Schwein-Suess-Sauer und meinen mal wieder verstauchten Knöchel aus und leisten uns dann eine Pferdetour (auch fuer kleine Asiaten gebaut) in die nahe gelegenen Berge.





Die Temperaturen sind wieder recht angenehm hier und wir werden bald versuchen noch etwas wandern zu gehen.

Die N13 nach Norden

Vang Vieng ist unser erster Stop auf dem Weg nach Norden auf der laotischen Nationalstrasse 13 und gleich mal ein Schock und ein guter Grund sich zu schaemen aus dem "Westen" zu kommen. Hier dreht sich alles nur um Drogen und Party. Wir haben auf Empfehlung einer Dame aus Vientiane hin ein Guesthouse weit weg von der "Partyinsel" genommen. Trotzdem haben wir am ersten Abend direkt vor unserer Bambushuette einen Haufen Briten, Australier und Amerikaner die sich die Birne wegsaufen und wegkiffen. Besonders "in" sind hier Pilze und Opium. Sogar die Broschuere des Hostels, die in jedem Zimmer ausliegt, weist darauf hin was illegal ist und dass sie sogar schon Drogentote in ihren Zimmern hatten. Wir sind eigentlich wegen der schoenen Landschaft gekommen, ueberall Karst, Hoehlen und Reisfelder. Echt wunderschoen.



Bei einem ersten Rundgang durch die Stadt koennen wir unseren Augen nicht trauen. Im Lonely Planet steht, dass hier lauter Weisse in den Bars hocken, "Happydrinks" (Drinks die einen eben auf Grund illegaler Zusatzstoffe happy machen) schluerfen und sich ewige Wiederholungen von "Friends" reinziehen. Es ist nicht uebertrieben. Warum muss man fuer einen Rausch und Wiederholungen von "Friends" nach Laos kommen? Dazu laufen alle halbnackt rum und die Laoten sind noch konservativer als die Thais, was die meist faltige, taettowierte und gepiercte Haut westlicher Partytouristen angeht. Sich keine anstaendigen Klammoten leisten zu koennen, die unzerissen und sauber sind und zumindest Knie und Oberarme bedecken, zeugt hier von niedrigem sozialen Stand. Ueberall steht es sogar, in Reisefuehrern, vor Tempeln und Kneipen. Und was man hier zu sehen bekommt ist sogar nach westlichen Standarts ecklig. An einem Abend schauen wir mal kurz auf die Partyinsel und gehen hochbeschaemt nach Hause, machen uns in unserem Guesthouse einen schönen Abend. Am naechsten Tag schauen wir uns die sehr schoene Umgebung an, die Besichtigung der schoensten Hoehle scheitert aber leider an einem der hier haeufigeren Stromausfaelle, dafuer klettern wir in eine etwas kleinere Hoehle, mit einer Lagune.




Luang Prabang

Luang Prabang, Weltkulturerbe und ehemaliger Koenigssitz Laos gefaellt uns auf Anhieb. Schoene Tempel und nette Gassen. Die zugedroehnten Briten und Amerikaner werden wieder durch mittelalte, sich ueber alles beschwerdende franzoesische Paare ersetzt. Am ersten Abend stuermen wir hoch auf den " Phousi Huegel" um dort (mit hunderten anderen Touristen und sehr teuren Kameraausruestungen) den wunderschoenen Sonnenuntergang ueber dem malerischen Mekong zu bewundern.



Der Nachtmarkt ist extrem touristisch, aber dennoch sehr schoen und es macht Spaß einfach drüber zu schlendern und sich anzuschauen, was so alles angeboten wird. Hinschauen alleine loest hier schon ein Verkaufsgespraech mit Feilscherei aus, doch langsam macht es mir Spaß.







Am Tag darauf erfuellt sich einer von meinen groessten Wuenschen: Wir haben eine Tour zum Elefantenreiten gebucht!



Auf diese Art und Weise erhalten sie hier Elefanten am Leben die frueher in der Fortswirtschaft eingesetzt wurden und jetzt "arbeitslos" sind. Eine Stunde auf dem Ruecken eines Asiatischen Elefantens durch einen Fluss und Urwald reiten hat sich definitiv gelohnt.







Nong Khiaw

Die Fahrt nach Nong Khiaw (es existieren ca 20 verschiedene Schreibweisen dieses Dorfes) ist eher ereignisslos. Die ueblichen Holz-Bambushuetten, fast immer mit grosser Sattelittenschuessel, kriechen gemaechlich an unserem Busfenster vorbei.



Selbst Raser bringen es hier nur auf 60-70 km/h. In Nong Khiaw finden wir wieder eine Bambushuette (mit "nothot water"), Geduscht wird mit seltsam riechenden Wasser das wir in leeren Sprudelflaschen raus auf den Beton legen um damit dann wenigstens lauwarm duschen zu koennen.





Die Gegend erkunden wir mit dem Fahrrad. Wir schauen uns eine der Hoehlen an, in denen sich die Pathet Lao, die Komunistische Bewegung in Laos, vor den Bombardements der Amerikaner im "Geheimen Krieg" waehrend des Vietnamkrieges versteckt hatte.





Das Guesthouse in dem wir wohnen hat sich der Besitzer, wie er Matthias stolz waehrend eindeutig zu viel Reis-Schnaps erzaehlt, durch das Suchen und Verkaufen von UXOs (nicht explodierter Sprengkoerper) verdient. Davon zeugt eine kleine Sammlung von Granaten, Splitterbomben und (fuer uns Laien) nicht identifizierbarer Gebilde im Hof.
Wer mehr ueber UXOs und ihre Beseitigung wissen will, dem empfehlen wir die Seite von MAG .






typisch asiatisches Essen


Udomxai

Die Fahrt nach Udomxai (es existieren nur etwa 4 verschiedene Schreibweisen dieser Stadt) ist fast schon so holprig wie die Fahrt im Gelaendewagen zum "Salar de Uyuni" in Bolivien. Dank einer kaputten Heckfederung des Minibusses fliegen die Leute auf der Rueckbank des oefteren zur Decke.



In Udomxai muessen wir einen unfreiwilligen Zwischenstop einlegen, eigentlich wollten wir heute schon versuchen weiter nach China zu kommen, aber es gibt nur einen Bus und der geht morgens. Viel zu sehen gibt es hier nicht, nur einen Geldautomaten, was schon recht stattlich ist. Im Reisefuehrer steht, dass es nur in Vientiane einen gibt, wir haben in allen grossen und mittelgrossen Orten bis jetzt mindestens einen gefunden. So schnell geht das. Morgen geht es dann von hier aus endlich weiter nach China.